Kontakt

uschi website.jpg
Dipl.-Ing. agr. Ursula Ross-Stitt
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 331 567-8310

Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie

Ausgezeichnete Veröffentlichungen

Federico Apelt, David Breuer, Zoran Nikoloski, Mark Stitt und Friedrich Kragler.

Phytotyping4D: A light-field imaging system for non-invasive and accurate monitoring of spatio-temporal plant growth.

The Plant Journal (2015) 82: 693-706, doi: 10.1111/tpj.12833

Danilo M. Daloso, Karolin Müller, Toshihiro Obata, Alexandra Florian, Takayuki Tohge, Alexandra Bottcher, Christophe Riondet, Laetitia Bariat, Fernando Carrari, Adriano Nunes-Nesi, Bob B. Buchanan, Jean-Philippe Reichheld, Wagner L. Araújo und Alisdair R. Fernie.

Thioredoxin, a master regulator of the tricarboxylic acid cycle in plant mitochondria.

Proceedings of the National Academy of Sciences (2015) 112 (11): E1392-1400, doi 10.1073/pnas.1424840112

Jeff Schell Preis für hervorragende Pflanzenforschung an zwei junge Pflanzenforscher in Golm vergeben

Das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie vergibt in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in Folge einen Preis für seine Nachwuchswissenschaftler

9. Juni 2016

In einer feierlichen Zeremonie wurde am 8. Juni 2016 der Jeff Schell Preis an den Brasilianer Dr. Danilo de Menezes Daloso aus Brasilien und an Federico Apelt aus Deutschland verliehen. Der mit jeweils 2.500 Euro dotierte Preis wird vom Institut für herausragende Forschungsleistungen an eine Postdoktorandin/einen Postdoktoranden und eine Doktorandin/einen Doktoranden vergeben. 
<div class="hide_in_print">
<p>Von links nach rechts: Dr. Martijn Gipmans<span> (BASF)</span>, Federico Apelt, Dr. Danilo de Menezes Daloso, Prof. Mark Stitt</p>
</div> Bild vergrößern

Von links nach rechts: Dr. Martijn Gipmans (BASF), Federico Apelt, Dr. Danilo de Menezes Daloso, Prof. Mark Stitt

Die diesjährigen Preisträger haben sich in besonderem Maße um ein tiefergehendes Verständnis von Wachstumsprozessen bei Pflanzen verdient gemacht.

Federico Apelt, Doktorand am Institut, der an der Universität Potsdam seinen Master in Bioinformatik abgelegt hat, entwickelte im Rahmen seiner Doktorarbeit eine neue Methode pflanzliches Wachstum mit Hilfe einer neuartigen Lichtfeldkamera aufzunehmen und durch eine automatisierte Bildverarbeitung auszuwerten. Die  hochpräzisen 3-D-Bilder, die er von der Modellpflanze Arabidopsis thaliana in einer Klimakammer aufnahm, ermöglichten es dem jungen Wissenschaftler Wachstum zu berechnen und stressbedingte Blattbewegungen zu analysieren.  Die Bilddaten verglich er mit Messungen des Zucker- oder Stärkegehaltes der Pflanzen und konnte so Rückschlüsse auf das Stoffwechselgeschehen der Pflanzen ziehen. „Besonders beeindruckt hat mich, dass er nicht nur eine neue Methode entwickelt hat, sondern vor allem sein Enthusiasmus, diese neue Methode einzusetzen und auf biologische Fragestellungen anzuwenden, um so neue Erkenntnisse zu gewinnen“, lobte Prof. Dr. Mark Stitt seinen Doktoranden.

Dr. Danilo Daloso arbeitete von 2014 bis 2016 als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie. Im Mai dieses Jahres wurde er als Professor an die Universität in Fortaleza in Brasilien berufen. Dr. Daloso beschäftigte sich während seiner Zeit am MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie mit dem Citratzyklus, der in den Mitochondrien der pflanzlichen Zellen abläuft und eine Schlüsselfunktion im Stoffwechsel der Zelle einnimmt. Durch die Forschung von Dr. Dalosos konnte geklärt werden, wie die Enzymaktivitäten im Mitochondrienzyklus reguliert werden. Die Daten, die auf der Basis seiner umfangreichen Analysen zu Enzymkativitäten, Inhaltsstoffen und Stoffflüssen gewonnen wurden, werden dazu genutzt werden mathematische Modelle des pflanzlichen Wachstums zu erstellen. „Ich halte Danilo für einen außerordentlich talentierten Wissenschaftler, dem es gegeben ist umfangreiche und komplexe Datensätze sehr erfolgreich zu interpretieren“, sagte Dr. Alisdair Fernie, in dessen Arbeitsgruppe Daloso zwei Jahre lang forschte.

Die Auszeichnung der beiden Wissenschaftler wurde ermöglicht durch eine großzügige Spende der BASF.

Jeff Schell revolutionierte die Pflanzenforschung

Der Namensgeber des Preises ist der belgische Molekularbiologe Jozef Stefaan (Jeff) Schell (1935 – 2003). Er studierte Zoologie und Mikrobiologie an der Universität in Gent, wo er von 1967 bis 1995 als Professor arbeitete. Von 1978 bis 2000 war er Direktor und Leiter der Abteilung „Molekulare Grundlagen der Pflanzenzüchtung“ am Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln.

Schell war einer der Pioniere der Biotechnologie. Ihn interessierten als Mikrobiologen die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Bodenbakterien. Bei seinen Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung pflanzlicher Tumoren zeigte sich, dass das im Boden weit verbreitete Agrobacterium tumefaciens Gene auf Pflanzen übertragen kann. In der Folge führten diese Forschungsergebnisse dazu, dass mit Hilfe dieses Bakteriums gezielt Gene in Pflanzen eingeschleust werden können.

Das Verfahren zur Transformation von Pflanzen hat seither die Pflanzenforschung revolutioniert, da mit seiner Hilfe die Funktion von Genen bestimmt werden kann und so die Pflanzenforscher weltweit die Möglichkeit haben Stoffwechselabläufe, pflanzliches Wachstum und pflanzliche Entwicklung besser zu verstehen.

 
loading content